Die 37. BERLINER MÄRCHENTAGE schaffen vom 5. bis 22. November 2026 ein vielfältiges Kulturangebot in Berlin. MÄRCHENLAND stellt Musik als wesentlichen Bestandteil von Märchen und Geschichten heraus. Das Motto „Zauberflöte und Sternenharfe – Musik in Märchen und Geschichten“ fasst diesen Ansatz zusammen. Mehr als 500 Veranstaltungen umfassen Bühnenproduktionen, Lesungen, Begegnungen und digitale Angebote. Das Programm vermittelt Klangkunst und Erzähltraditionen in Zusammenhängen und fördert den Austausch zwischen Kulturen, Generationen sowie Bereichen.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Betörende Stimmen verleihen Märchen neue emotionale und künstlerische Tiefe
Die Märchentage greifen die klangliche Dimension überlieferter Geschichten auf und gestalten sie mit modernen künstlerischen Mitteln. Dabei erhalten magische Instrumente, eindrucksvolle Stimmen und musikalische Themen eine tragende Funktion. Sie begleiten nicht nur das Geschehen, sondern erläutern auch Gefühle und Beziehungen. Theater, Film und Musikaufführungen bieten hierfür jeweils eigene Ausdrucksmöglichkeiten. Im Programm der 37. BERLINER MÄRCHENTAGE begegnen Besucher bekannten Stoffen in klanglich differenzierter Form. So wird Erzählkunst über das Hören zugänglich.
Auszeichnung würdigt gesellschaftliche Impulse durch Musik und kulturellen Einsatz
Die 37. BERLINER MÄRCHENTAGE starten am 5. November 2026 mit einer besonderen Auszeichnung. In der James-Simon-Galerie überreicht MÄRCHENLAND e. V. die GOLDENE ERBSE an Frank Zander, Maryam Maleki und Rolando Villazon. Der Ehrenpreis würdigt Persönlichkeiten, die sich in sozialer, kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht engagieren. Ihre Anerkennung steht für Musik als Kraft der Verständigung, die Menschen unterschiedlicher Herkunft erreicht, Austausch ermöglicht und Verantwortung in der Öffentlichkeit sichtbar werden lässt.
Keltische Folklore ergänzt klassische Stoffe und moderne Musicalangebote Berlins
Die Veranstaltungen verbinden Märchenerzählungen mit Musik aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten Berlins. Besucher finden sowohl Musicalproduktionen als auch klassische und folkloristische Angebote. Froggy schafft einen zugänglichen Einstieg in das musikalische Theater. Der Nussknacker basiert auf einer weithin bekannten klassischen Musikvorlage. Der Rattenfänger macht Verführung und Klang zum zentralen Thema. Die Bremer Stadtmusikanten ergänzen das Programm mit einer neuen Fassung. So entsteht ein breites Spektrum für unterschiedliche Publikumserwartungen und Interessen.
Übersetzte Märchen eröffnen Schulklassen Zugänge zu internationalen Kulturen direkt
Das Angebot „Die Frohe Botschaft“ verlegt kulturelle Bildungsarbeit in Botschaften und Landesvertretungen. Diese öffnen ihre Räume für Schulklassen und machen internationale Erzählstoffe am Ort zugänglich. Im Vordergrund stehen Märchen, Mythen und traditionelle Geschichten, die landesspezifische Erfahrungen und Werte vermitteln. Die Reihe berücksichtigt unter anderem Beiträge aus Slowenien, Malaysia, Malta, Portugal, Korea und der Mongolei. Am 9. November liest Alexandros Papaioannou in der Botschaft der Hellenischen Republik ein deutsch übersetztes Märchen.
Peter Görlich liest gemeinsam mit Herthinho bei Hertha BSC
Die Märchenreise mit Prominenten ergänzt das Festivalangebot durch ein dialogorientiertes Bildungsformat. Kinder erhalten Gelegenheit, Märchen von bekannten Vertretern verschiedener Bereiche zu hören und mit ihnen über Lebensfragen und berufliche Fragen zu sprechen. Als Orte dienen Schulen, das RTL Audio Center, Hertha BSC, BB Radio sowie die Staatsbibliothek zu Berlin. Die unterschiedlichen Umgebungen eröffnen eigene Bezüge zu Medien, Sport und Literatur. Am 10. November lesen Dr. Peter Görlich und Herthinho gemeinsam.
Veranstaltungen verbinden Erzähltradition mit gesellschaftlicher Verantwortung und Berufspraxis konkret
Die Reihen ergänzen die Märchendarbietungen durch außerschulische Lernorte und Gesprächsanlässe. Bei „Politiker erzählen Märchen“ untersuchen Schüler gemeinsam mit Politikern Fragen von Verantwortung, Gerechtigkeit und sozialem Zusammenhalt. Am 18. November empfängt Kai Wegner eine Schulklasse im Roten Rathaus. „Museumsreif“ stellt historische und kulturelle Zusammenhänge im Samurai Museum Berlin sowie bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vor. Die „Märwertstunde“ bei Airbus beschreibt am 16. November Ausbildungsangebote, Arbeitsabläufe und Entwicklungsmöglichkeiten in Luftfahrt und Raumfahrt anschaulich dort.
Bibliotheksangebote schaffen wohnortnahe Begegnungsräume für Bildung und Erzählkultur
Die Bibliotheksveranstaltungen stehen für den langfristigen Bildungsanspruch der BERLINER MÄRCHENTAGE. Bereits seit 1999 bringen sie Märchen in öffentliche Einrichtungen der Stadt. Kinder begegnen dort professionellen Erzählern ohne Kosten für den Besuch. Das Angebot verbindet Unterhaltung mit sprachlicher und kultureller Förderung. Bibliotheken werden zu Orten, an denen Geschichten gemeinschaftlich erlebt werden. Die Nähe zum Wohnort erleichtert auch kurzfristige und spontane Teilnahmen. Dadurch erreicht das Festival unterschiedliche soziale Gruppen im Berliner Alltag.
Märchen, Theater und Musik bestimmen gemeinsamen Abend im Monbijoutheater
Am 21. November bietet „Zauberflöte & Sternenharfe“ eine Mischung aus Märchenerzählung, Musik und Theater. Die LANGE NACHT DES MÄRCHENERZÄHLENS nutzt das Monbijoutheater und die Märchenhütten als Spielorte für Aufführungen am Feuer. Die Veranstaltung verbindet eine offene Atmosphäre mit künstlerischen Beiträgen unterschiedlicher Formate. Im Wintergarten Variete Berlin folgt am 22. November die Premiere von „Die verhexte Mozartkugel. Von Zauberflöten und E-Gitarren“. Das Werk verbindet Mozarts „Zauberflöte“ mit E-Gitarren, Schauspiel und der Artistik des Kinderzirkus Springling.
Digitale Mediathek verbindet Erzählkultur mit musikalischen Themen und Gesprächen
Die MÄRCHENLAND-Mediathek ermöglicht es, Märchen und begleitende Gesprächsformate auch außerhalb der Berliner Veranstaltungsorte zu erleben. Das digitale Angebot berücksichtigt unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten der Nutzer und unterstützt einen niedrigschwelligen Zugang zu kulturellen Inhalten. Das Online-Symposium „ZAUBERFLÖTE UND STERNENHARFE“ beleuchtet Musik aus fachlicher und gesellschaftlicher Sicht. Silke Fischer spricht mit Menschen, deren Arbeit und Lebensweg von Musik bestimmt sind. Dadurch werden künstlerische Erfahrungen und Kenntnisse über Märchentraditionen dauerhaft dokumentiert und vermittelt.
Über den gesamten Festivalzeitraum hinweg bieten die Berliner Märchentage kulturelle Erlebnisse an, die Klang und Erzählung zusammenführen. Das Angebot umfasst Bühnenwerke, musikalische Lesungen, Bildungsformate und digitale Beiträge. Es richtet sich an Besucher, die Märchen als Literatur, Theater oder musikalische Darstellung kennenlernen möchten. Veranstaltungen in Bibliotheken ergänzen Produktionen und stehen kostenfrei zur Verfügung. Internationale Programmpunkte machen Erzählwelten zugänglich. Dadurch entsteht ein Festival, das Teilhabe fördert und Musik als verbindendes Medium zeigt.

