Das vorgelegte EFI-Gutachten hebt hervor, dass langwierige Schutzrechtsverhandlungen den Technologietransfer bremsen und Innovationen unnötig verzögern. Es empfiehlt daher die Einführung standardisierter Verhandlungsleitfäden und Modellverträge, um die IP-Prozesse zu beschleunigen. Zusammen mit dauerhafter Finanzierung und einer holistischen Transferstrategie soll dies Ausgründungen vorantreiben. Hochschulen können so Expertinnen und Experten mit Industriehintergrund gewinnen und ihre Forschungsergebnisse schneller in marktfähige biotechnologische Produkte und Dienstleistungen überführen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Fachkräfteentwicklung und praxisnahe Schulungsangebote ergänzen das Konzept.
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Gutachten stärkt deutsche Biotechnologie nachhaltig durch optimierten Hochschultechnologietransfer jetzt
Die EFI-Kommission stellte im Februar 2026 ihr Gutachten vor, das Strategien und Maßnahmen für einen effektiveren Technologietransfer an Hochschulen enthält. Im Zentrum steht die formale Festlegung des Wissenstransfers als dritte zentrale Aufgabe neben Forschung und Lehre. Zudem werden dauerhafte Finanzierungsquellen aus regulären Budgets eingefordert sowie ein akteursoffener, ganzheitlicher Ansatz, der verschiedene Transferformate integriert, einheitliche IP-Prozesse etabliert und Lizenz- und Patentverhandlungen erheblich beschleunigt um Ausgründungen fördern Wissen effizient transferieren Innovationszyklen verkürzen.
Nationale Biotechnologie stärken durch professionelle Hochschul-Transferabteilungen und dauerhafte Finanzierung
Für Thomas Hanke, Co-Leiter der AG Technologietransfer bei BIO Deutschland, ist der Technologietransfer in der Biotechnologie an Hochschulen als dritte gleichwertige Aufgabe neben Forschung und Lehre zu verankern. Er betont, dass Ausgründungen maßgeblich zur praktischen Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse beitragen und plädiert deshalb für dauerhafte Finanzierung von Transfereinheiten. Zudem empfiehlt er die gezielte Rekrutierung von Fachkräften mit Industrieerfahrung, um den Wissenstransfer in Breite und Tiefe nachhaltig auszubauen und messbar zu gestalten.
AG Technologietransfer betont dringende Notwendigkeit standardisierter und effizienter IP-Prozessoptimierung
Die EFI-Kommission befürwortet einen systemischen, akteursorientierten Gesamtansatz für Technologietransfer, der alle Pfade von Lizenzierungen über Kooperationen bis zu Ausgründungen verbindet. Birgit Kerber, Leiterin der Transfer-AG, setzt sich für einheitliche Prozessabläufe und standardisierte Vertragsmodelle ein, um langwierige Verhandlungen zu beschleunigen. Eine universelle Musterlösung hält sie für ungeeignet, doch Leitplanken könnten den Handlungsspielraum strukturieren, die Transparenz erhöhen und das Verfahren insgesamt schlanker gestalten und gleichzeitig flexible, effiziente Anpassungen an individuelle Forschungsstrukturen ermöglichen.
Praxisorientierte Transferstrategien steigern rasch Innovationsgeschwindigkeit und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Biotechwirtschaft
Die Analystin hebt das Beispiel BioNTech hervor, um den Erfolg abgestimmter Transferprozesse zwischen Hochschule und Wirtschaft zu illustrieren. Sie fordert daher den Ausbau gut ausgestatteter Transferstellen und eine dauerhafte Budgetzuteilung, damit wertvolle Forschungsergebnisse nicht liegenbleiben. Standardisierte Musterverträge reduzieren Komplexität und sorgen für schnelle Einigung. Dies schafft Vertrauen bei allen Beteiligten. Zudem können spezialisierte Teams, ausgestattet mit Industrieerfahrung, technologische Innovationen effizient weiterentwickeln und zeitnah marktfähige Produkte realisieren und stärken den Standort.
Die zehnjährige Stagnation bei deutschen Biotech-Patentanmeldungen gefährdet Innovationsstandort Deutschland
Laut Aussage von Viola Bronsema, Geschäftsführerin von BIO Deutschland, hinkt Deutschland im internationalen Vergleich bei Patentanmeldungen im Biotechnologiesektor hinterher und hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum weiterentwickelt. Sie begrüßt, dass das Gutachten die Hightech-Agenda gezielt angeht und fordert, den Technologietransfer mittels klarer Strukturen und beschleunigter Verfahren zu optimieren, um Forschungsergebnisse schneller in wirtschaftlich erfolgreiche Produkte zu überführen und so Deutschlands Innovationsfähigkeit zu stärken. Einheitliche Standards seien essenziell.
Finanzielle Planungssicherheit ermöglicht Ausbau starker Transferteams an deutschen Hochschulen
Mit den EFI-Empfehlungen werden dauerhafte Strukturen und planbare Budgets für den Technologietransfer an Hochschulen garantiert. Die Third Mission erhält institutionelle Verankerung und eine klare Aufgabenbeschreibung. Eine integrierte Transferstrategie bindet Forscher, Industrie und Gesellschaft gleichermaßen ein. Beschleunigte IP-Prozesse und einheitliche Vertragsvorlagen reduzieren Verhandlungsaufwand und beschleunigen Ausgründungen. Hochschulen rekrutieren erfahrene Industrieexperten, professionalisieren ihre Transferabteilungen und intensivieren Kooperationen. Auf diese Weise verbessert sich Planungssicherheit, Innovationskraft und Deutschlands internationale Wettbewerbsposition in der Biotechnologieforschung.

